Auf dem D3-Barcamp treffen sich Akteure der Zivilgesellschaft, um sich über KI im Arbeitsalltag auszutauschen. Es wird vor allem darum gehen, wie KI-Tools die Art, wie wir arbeiten, schon jetzt grundsätzlich verändern. Eine der eingereichten Barcamp-Sessions ist "KI in Organisationen einführen" von Laura Heym und Tobias Oertel von zukunft zwei. Sie werden über ihre tägliche Praxis in der Organisationsentwicklung sprechen.
Welchen Tipp habt ihr, wie man das ganze Team bei der KI-Einführung ins Boot holt?
Es ist entscheidend, dass KI nicht nur als Software- oder IT-Projekt, sondern eben als tiefgreifende organisatorische Veränderung verstanden wird. Dazu braucht es gemeinsame Lernräume, in denen sich Mitarbeitende auf Augenhöhe begegnen: Die Führungskräfte sollten ihre eigene Neugier zeigen, und dass sie selbst lernen.
Was ist der schnellste Weg, um Skepsis abzubauen?
Radikale Transparenz über die Zielsetzung der KI-Implementierung und die Herausforderungen, die mithilfe von KI gelöst werden sollen. Mitarbeiter*innen müssen wissen: Was wollen wir lösen und wie kann ich mitgestalten und Teil der Lösung werden? Sobald KI-Systeme einen Fehler machen, und das werden sie, muss das offen kommuniziert und als Risiko mitgedacht werden.
Welcher strategische Fehler wird bei der Einführung von KI am häufigsten gemacht?
Das ist die fehlende Verankerung im Organisationszweck. Viele Organisationen führen KI-Tools ein, weil es ein Trend ist, ohne die Verbindung zur Kernstrategie oder zur eigenen Wirkung klar zu definieren. So können viel Zeit und Ressourcen verschwendet werden. KI muss immer als Lösung für eine klar zu definierende Problemstellung oder eine Zielstellung eingesetzt werden.
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Veranstaltungen & Initiativen
Wer sich kurz vor Weihnachten noch KI-Wissen draufschaffen will, ist bei CorrelAid richtig. Die Data Scientists haben einen zweiteiligen Grundlagenkurs zum Thema KI-Nutzung entwickelt. Der Grundlagenteil findet am 17. Dezember 2025 statt, die rechtlichen Aspekte folgen einen Tag später – in Kooperation mit upj.
Wie man KI erfolgreich in seiner Organisation einführt, erklärt das Haus des Stiftens. In dem 4-stündigen Online-Format (kostenpflichtig) wird es darum gehen, Kolleg*innen zu motivieren, Anwendungsfälle zu entdecken und Leitplanken für die Nutzung festzulegen. Termin: 13.01.2026.
Wer sich stärker einbringen will ins Thema KI in der Zivilgesellschaft, ist beim Verein D64 richtig, unter dessen Ägida auch kürzlich der Code of Conduct Demokratische KI entstanden ist. Ordentlichen Mitgliedern steht auch der Arbeitskreis KI offen, der sich monatlich trifft.
Der KI-CAMPUS des Stifterverbandes bietet eine Reihe von Online-Grundlagen an. Vor allem Einsteiger*innen erfahren hier mehr über technische Hintergründe, ethische Aspekte, Nachhaltigkeit oder Veränderungen der Joblandschaft durch KI. Die Kurse kann jeder zeitunabhängig starten.
D3-Barcamp, "KI, wir müssen reden", am 23.01.2026 in Berlin. In offener Barcamp-Atmosphäre stehen Austausch, Praxis und Trends im KI-Bereich im Mittelpunkt.
Förderanträge schreiben mit KI. Wie kann man KI nutzen, um nach potenziellen Förderparter*innen zu recherchieren und Fördermittel einzuwerben? – Webinar am 10.02.2026.
Mitreden können
Zivilgesellschaft in Zahlen (ZiviZ) hat ein Diskussionspapier zu KI in der Zivilgesellschaft veröffentlicht. Grundlage ist eine Befragung von über 1.200 Personen aus dem gemeinnützigen Sektor. Dort finden sich spannende Erkenntnisse zur aktuellen Nutzung von KI, der Wahrnehmung von Risiken und Chancen, zu Unterstützungsbedarfen und einigem mehr.
Eine interessante Studie dazu, wie und wofür Nutzer*innen KI-Tools einsetzen, hat Anthropic, das Unternehmen hinter Claude, durchgeführt. KI dient nach ihrer Untersuchung in fast allen Fachbereichen als nützlicher, aber auch unzuverlässiger Assistent für Routineaufgaben. Dabei wandelt sich die Arbeit dahin, dass Menschen weniger erzeugen und mehr kuratieren, prüfen und verbessern.
Apropos Anthropic: Eine Reportage im Magazin The Verge stellt das neunköpfige "Societal Impacts Team" vor, das sich darum kümmern soll, dass KI nicht die Weltherrschaft übernimmt. Konkret geht es um die Auswirkungen der Technologie auf Wahlen oder wie bei KI-Modellen wertebasierte Ergebnisse zustande kommen. Ein spannender Blick in den Maschinenraum.
Small-Talk-Wissen
ChatGPT bald mit Werbung? Dass das dominante globale Sprachmodell weit davon entfernt ist, dem Mutterkonzern Gewinn zu bescheren, ist bekannt. Wie hoch der Druck inzwischen ist und ob wir bald Werbung in den Chat-Ergebnissen finden werden, beleuchtet heise.de.
Algorithmwatch hat mit Partnern in mehreren Ländern untersucht, inwieweit sich Bürger*innen um den Energie- und Wasserverbrauch von Rechenzentren sorgen. Das Ergebnis: Eine Mehrheit fordert stärkere Regulierung der Rechenzentren. In Deutschland liegt der Verbrauch der Einrichtungen beim 1,6-fachen des Energieverbrauchs von Berlin.
Das Phänomen Clickbait ist hinlänglich bekannt; reißerische Überschriften, die zum Klicken verführen sollen. Neu ist das "Chatbait". Damit ist das Verhalten von Chatbots gemeint, die darauf trainiert sind, Gespräche unendlich zu verlängern. Denn das generiert wertvolle Trainings- und Nutzerdaten und steigert die Bindung. Gleichzeitig kann ein übermäßiges Eintauchen in solche Konversationen problematisch für die mentale Gesundheit sein. Jan Böhmermann hat sich in einer Folge von Magazin Royale das Ganze genauer angesehen.
Hilfreiche Prompts für den Projektalltag
Nutz' diesen Prompt, um ein Change-Konzept zu entwickeln, mit dessen Hilfe ihr die alltägliche Nutzung von KI in eurer Organisation verankern könnt.
Ziel: Entwirf ein praxisnahes, motivierendes Change-Konzept, das die alltägliche Nutzung von KI-Anwendungen in unserer Organisation nachhaltig verankert, Mitarbeitende emotional mitnimmt und eine klare, positive Kommunikation aller Maßnahmen in den Mittelpunkt stellt.
Aufgabe: Entwickle ein detailliertes Change- und Kommunikationskonzept für die organisatorische Einführung KI-gestützter Arbeit.
redaktion@phineo.org Vorstand: Dr. Andreas M. Rickert (Vorsitzender), Dr. Anna K. Herrhausen (stv. Vorsitzende), Juliane Hagedorn, Felix Daub Aufsichtsratsvorsitzender: Michael Peters Sitz: Berlin | AG Berlin-Charlottenburg | HRB 123682 B Redaktion: Henrik Flor, Julian Kugoth (Florian Hinze) Grafiken: PHINEO, Freepik Du erhältst den Newsletter, weil du dich über www.phineo.org oder www.skala-campus.org registriert hast.
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