Wie kann Zivilgesellschaft Künstliche Intelligenz mitgestalten? – Ich sprach mit Nicole Wolf, Nachhaltigkeitsexpertin und Beraterin für nachhaltige Digitalisierung. Am 08.09.2026 gibt Nicole Wolf zum Thema ein Webinar beim SKala-CAMPUS. Hier könnt ihr euch anmelden.
Nicole, was bedeutet es, digitale Angebote oder KI "nachhaltig" und "verantwortlich" einzusetzen? Wir nehmen ernst, dass Digitalisierung eine materielle Seite hat; sie verbraucht Ressourcen, verursacht Treibhausgase und trägt zur Belastung der Umwelt bei. KI wirkt damit als Brandbeschleuniger für die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen. On top haben technische Systeme immer auch soziale Auswirkungen, oft mit unbeabsichtigten und unerwünschten Folgen. Wenn sich Organisation diesen Zusammenhängen stellen, eröffnet das eine Chance für mehr Selbstbestimmung und größere Souveränität im Umgang mit KI.
Wie kann ich mich dem Thema nähern? Bei hoch-komplexen Themen wie nachhaltige KI lohnt sich ein systematisches Vorgehen. Wichtig ist dabei, Kriterien nicht als simple Checkliste zu verstehen, denn die einzelnen Aspekte sind nicht trennscharf, wirken aufeinander und stehen teilweise im Widerspruch zueinander. Um Zielkonflikten zu begegnen, braucht es einen partizipativen Prozess. Für nachhaltige KI gibt es eine von SustAIn entwickelte Selbstbewertung, speziell für Organisationen.
Kann man die Nachhaltigkeit von Tools messen?
Ja. Gleichzeitig besteht noch erhebliche Intransparenz, sowohl bei der Hardwareproduktion, in der neben Treibhausgasemission bei der Herstellung auch der Bedarf an sog. Konfliktrohstoffen eine Rolle spielen, als auch im Betrieb von cloudbasierten SaaS-Anwendungen. Noch wichtiger als die exakte Messung ist jedoch, dass Organisationen ihr eigenes Set-up verbessern, nachhaltigere Alternativen wählen und deren Verbreitung und Verbesserung unterstützen. Je besser wir die Zusammenhänge verstehen, desto gezielter können wir zudem politische Regulierungen unterstützen, die für eine nachhaltige Digitalisierung zentral sind.
Du suchst einen KI-Workshop für deine Organisation? Für Einsteiger*innen oder Profis oder irgendwas dazwischen? – Dann melde dich: florian.hinze@phineo.org!
Veranstaltungen & Initiativen
Dein KI-System für die neue Förderantragssaison: Weiterbildung bei Mira Pape, bei der die Teilnehmenden u.a. einen KI-Assistenten einrichten, der auf bisherige Anträge trainiert ist. 12.08.2026. Anmeldung kostenpflichtig (85€).
KI-Stammtisch im Hohen Fläming, organisiert vom Smart Village e.V., 18.08.2026. Online, offen für alle, die sich der Region verbunden fühlen und mit Künstlicher Intelligenz beschäftigen. Zum voneinander lernen, Ideen austauschen, gemeinsam weiterdenken. Anmeldung. (Via Don Ludwig)
Stromfresser KI – Ein Blick hinter die Kulissen und auf die realen Kosten. Webinar von Algorithmwatch am 20.08.2026. Anmeldung.
KI-Anwendungen & Tools für den Arbeitsalltag in gemeinnützigen Organisationen: Webinar mit Karin Siepmann beim SKala-CAMPUS. Termin: 20.08.2026. Anmeldung.
KI-Feierabend-Lab von D³: Das Meetup richtet sich an Einsteiger:innen aus dem Non-Profit-Bereich, die KI nicht länger nur ausprobieren, sondern gezielt für ihre Arbeit nutzen möchten. Wie entsteht aus Spielereien eine sinnvolle Toolbox, welche Tools passen wirklich zu deinen Aufgaben? Wie kombinierst du sie sinnvoll? – 27.08.2026. Anmeldung.
Künstliche Intelligenz effektiv nutzen in Job und Alltag. Webinar des BerufsWege für Frauen e.V. am 01.09.2026. Anmeldung.
Wirkungsdaten mit KI auswerten. Wie KI bei Interviews, Umfragen und Freitexten helfen kann. Webinar am 03.09.2026. Anmeldung.
Nachhaltig digital: KI & Tools verantwortungsvoll nutzen. Mit Nicole Wolf (siehe Interview oben). 08.09.2026. Anmeldung.
Dateschutz in der Vereinspraxis. Workshop rund um sensible Daten, zentrale Prinzipien der DSGVO und Datenschutz bei der Nutzung von KI. 08.09.2026. Anmeldung.
Freiwilligenkoordination durch KI erleichtern. Webinar beim Haus des Stiftens am 10.09.2026. Anmeldung.
Der Local-IT e.V. lädt zum "do.IT.local Barcamp" nach Schlewsig-Holstein. Technologie für Menschen: Gemeinsam gestalten wir die digitale Zukunft mitten im Grünen. 03.-06.09.2026. Anmeldung.
"KI verantwortungsvoll im Mentoring einsetzen". Workshop der Stiftung Bürgermut in München, 17.09.2026. Anmeldung.
KI aber ohne den Hype: Was kann KI abseits von generativer KI? Webinar von CorrelAid am 07.10.2026. Anmeldung.
Smart Country Convention 2026. Die Smart Country Convention ist die zentrale Veranstaltung zur Digitalisierung des öffentlichen Sektors. Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft diskutieren aktuelle Herausforderungen. 13.-15.10.2026. Anmeldung.
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Trügerische Transparenz: Um mehr Vertrauen im Umgang mit digitalen Medien zu schaffen, gilt seit August der AI-Act. Kennzeichnungen und Labels sollen offenlegen, dass Texte oder Bilder nicht menschengemacht sind. Viele begrüßen das, doch der Ansatz hat auch Lücken. Mehr dazu weiß Netzpolitik.
Schon mal von "Intent Engineering" gehört? Prompt-Ratgeber haben einem beigebracht, der KI Schritt für Schritt vorzuschreiben, wie sie etwas tun soll. Das kann inzwischen eher hinderlich sein, weil man der KI Vorstellung aufzwingt, statt sie den eigenen Weg finden zu lassen. Intent Engineering heißt: Man beschreibt das Ergebnis und den Grund, nicht den Weg. Wie das geht, hat Rebecca Hundschell im Newsletter The Female AI Club aufgeschrieben, den ich hier übrigens sehr empfehle.
Der Hype um OpenClaw befeuert einen Streit in der Szene. Wie gefährlich sind KI-Agenten? Eine neue Studie zeigt nun die verheerenden Ergebnisse eines Experiments. Artikel bei der ZEIT (Paywall).
Die DSGVO mag sperrig und umfangreich sein, gehört aber zur Arbeit in NGOs dazu. Das CivicDataLab hat eine tolle Übersicht hilfreicher Tools und Leitfäden erstellt, wie man sich der DSGVO im Alltag annähert.
Copilot vs. ChatGPT im Arbeitsalltag – Wann taugt welches Tool? Copilot punktet direkt in Word/Outlook/Teams und innerhalb der Berechtigungen, ChatGPT beim "Warmdenken". Mehr dazu bei Talmeier. (Via Ian Delù)
Mithilfe der Datenschutzampel können Nutzer:innen ohne technisches Vorwissen eine schnelle, transparente Entscheidung für oder gegen eine KI treffen. Ähnlich dem Nutri-Score bei Lebensmitteln bewertet das System digitale Dienste in den Kategorien grün, gelb und rot. Die Bewertung basiert auf transparenten Kriterien wie Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, Datenminimierung oder Serverstandorten. (Via Nicole Wolf)
Warum wir nicht zu Abnickern von KI werden dürfen: Die KI-Forscherin und Communicator-Preisträgerin Ute Schmid im Interview mit dem Stifterverband zu Future Skills, KI und der Zukunft der Arbeit.
Vor einigen Wochen hat die Journalistin Eva Wolfangel festgestellt, dass ein bekannter Journalist ihre Recherche mutmaßlich als seine eigene ausgegeben hat. Ohne sie zu nennen. Inklusive wortgleicher Formulierungen und der Übernahme einer falschen Zahl. Seine Begründung: Das sei seinen KI-Agenten passiert, die für ihn recherchieren und schreiben. Hier steht die ganze Geschichte. (Via Anne-Kathrin Gerstlauer)
Wie neutral sind KI-Antworten wirklich? Eine Studie von Agora Digitale Transformation legt nahe, dass KI-Systeme bei der Nachrichtensuche häufig aus wenigen Quellen schöpfen und dabei auch Fake-News berücksichtigen (und diese dann als relevant ummodeln). "Eine starke Konzentration auf wenige Quellen zeigt sich bei ChatGPT. Mehr als jeder dritte Quellenverweis (34 Prozent) entfällt dort auf welt.de. Diese Dominanz führt die Studie auf die Kooperation zwischen OpenAI und Axel Springer zurück." (Via Anna Scheibe)
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